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Denkmalwesen

Die Untere Denkmalbehörde leitet sowohl die verfahrensrechtlichen Schritte zur Unterschutzstellung als auch im Erlaubnisverfahren. Zudem ist sie erster Ansprechpartner bei gestalterischen und bautechnischen Fragestellungen und steht Ihnen z.B. bei Veränderungen und Umnutzungen gern beratend zur Seite.

Rechtsgrundlage ist das Denkmalschutzgesetz NRW (DSchG NRW).

Was sind Denkmäler?

Denkmäler sind gemäß § 2 DSchG NRW Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Sie differenzieren sich in Baudenkmäler, Denkmalbereiche, Gartendenkmäler, Bodendenkmäler, Welterbestätten und bewegliche Denkmäler.

Denkmalliste

Die Untere Denkmalbehörde führt die Denkmalliste. In Kempen sind ca. 250 Gebäude in ihrer gesamten Substanz unter Denkmalschutz gestellt:Denkmalliste der Stadt Kempen

Der Altstadtkern und die umgebenden Wallanlagen stehen als Denkmalbereich Nr. 1 und Nr. 2 komplett unter Schutz. Hier geht es im Grundsatz um die Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes und damit um die Wahrung und Weiterentwicklung der hohen Gestaltqualität der historischen Altstadt.

Die Übersicht zu den Denkmalbereichen Nr. 1 und Nr. 2 sowie die beiden Satzungen finden Sie unter "weiterführende Informationen".

Denkmalrechtliche Erlaubnis

Alle Veränderungen an Denkmälern sind gemäß § 9 DSchG NRW erlaubnispflichtig. Dies betrifft auch Vorhaben, die ansonsten z.B. bauordnungsrechtlich genehmigungsfrei sein können. Dazu zählen z.B. auch Fassadenanstriche, neue Fenster und (kleinere) Werbeanlagen, auf deren gestalterische Qualität insbesondere in der Altstadt großer Wert gelegt wird.

Auch wenn Ihr Objekt an sich kein Denkmal ist, kann eine denkmalrechtliche Erlaubnis für eine Maßnahme erforderlich sein. So etwa, wenn sie sich auf die denkmalwerte Substanz oder das Erscheinungsbild eines Baudenkmals auswirken kann (Umgebungsschutz). Auch in den Denkmalbereichen Nr. 1 und Nr. 2 müssen vor Maßnahmenbeginn denkmalrechtliche Erlaubnisse eingeholt werden, sofern die geplante Veränderung von der öffentlichen Verkehrsfläche aus sichtbar ist.

Der Weg zu einer denkmalrechtlichen Erlaubnis sieht typischer Weise wie folgt aus:

Der Weg zu einer denkmalrechtlichen Erlaubnis
SchrittVorgang
1.Antrag
2.Beratung
3.Anhörung
4.Entscheidung
5.Erlaubnis

In der Regel empfiehlt sich vor Antragstellung, eine informelle, gebührenfreie Vorabstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde vorzunehmen, um alle grundlegenden Fragestellungen/Voraussetzungen zu klären. Diese Um eine Erlaubnis nach § 9 DSchG NRW erteilen zu können, ist ein formloser Antrag in Textform mit den zur Beurteilung erforderlichen Unterlagen bei der Unteren Denkmalbehörde einzureichen. Diese variieren je nach geplantem Vorhaben. Auch hierzu berät die Untere Denkmalbehörde gerne im Vorfeld. Wichtig ist, dass aus den Unterlagen das Vorhaben klar ersichtlich wird.

Nach Antragseingang erfolgt – sofern notwendig – eine nochmalige Beratung und ggf. Modifikation des Vorhabens. Weitere/fehlende Unterlagen werden nachgefordert. Sofern die Untere Denkmalbehörde das Verfahren mitträgt, wird die vorgeschriebene Beteiligung des Landesverbands Rheinland (LVR) angestoßen. Dieser hat in einer zweimonatigen Anhörungsfrist die Möglichkeit, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Diese Frist ist abzuwarten.

Im Anschluss daran, kann die Untere Denkmalbehörde die Entscheidung treffen.

Eine Erlaubnis erlischt, wenn innerhalb von drei Jahren nach ihrer Erteilung mit der Ausführung des Vorhabens nicht begonnen oder wenn die Durchführung länger als ein Jahr unterbrochen worden ist. Die Frist kann auf Antrag jeweils bis zu einem Jahr verlängert werden.

Solaranlagen in der historischen Altstadt

Solaranlagen (Photovoltaik- und Solarthermieanlagen), die in den Denkmalbereichen Nr. 1 und Nr. 2 angebracht werden sollen, bedürfen ebenfalls einer Erlaubnis gemäß § 9 DSchG NRW. Bitte nehmen Sie vor Antragstellung die Möglichkeit einer Beratung durch die Untere Denkmalbehörde in Anspruch, um den Belang des Klimaschutzes gut mit dem des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen.

 Positiv bewertet werden Solaranlagen in der historischen Altstadt z.B., wenn sie:

  • auf dem öffentlichen Raum abgewandte Flächen,
  • auf nicht einsehbaren (Dach-)Flächen oder
  • auf Nebengebäuden angebracht werden,
  • außerhalb von Sichtachsen liegen,
  • als In-Dach-Anlagen ausgeführt werden,
  • eine kleinteilige Struktur aufweisen (z.B. Ziegel-ähnlich)
  • matte Oberflächen (inkl. Unterkonstruktion) aufweisen
  • farbliche an die Dacheindeckung angepasst sind,
  • reversibel sind und nur minimale Eingriffe in die historische Substanz bedeuten oder
  • gestalterische Missstände verbessern.

Bei dieser Thematik können Ihnen folgende Veröffentlichungen weiterhelfen:

Positionspapier Denkmäler und Energiegewinnung durch Solaranlagen
Checkliste Denkmaeler und Energiegewinnung durch Solaranlagen 2022
Broschüre Energetische Optimierung

Weitere Dienstleistungen:

  • Unterstützung bei Sanierungsmaßnahmen durch Beratung bei der Beschaffung von Fördermitteln. Dabei geht es zum einen um Pauschalzuweisungen zur Förderung kleinerer privater Denkmalpflegemaßnahmen, zum anderen auch um Landes- und Bundesmittel, die jedoch nur in ganz herausragenden Einzelfällen denkbar sind.
  • Ausstellung von Bescheinigungen zur Erlangung von Steuervergünstigungen
  • Vorbereitung und Begleitung des Tags des offenen Denkmals
  • Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft historische Stadt- und Ortskerne NRW

Weiterführende Informationen:

Karte zur Denkmalbereichssatzungen Nr. 1 und 2 der Stadt Kempen
Satzung Denkmalbereich 1
Satzung Denkmalbereich 2
Denkmäler in Kempen
Fotodokumentation Baudenkmäler in Kempen
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW
LVR Denkmalpflege im Rheinland

Logo Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne

Die Stadt Kempen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne.

Notwendige Formulare

Ihre Ansprechpartner:

Gudrun Holzmann
Telefon: 0 21 52 / 917-4010

Anschrift

Rathaus
Buttermarkt 1
47906 Kempen

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag
8.00 bis 13.00 Uhr
Montag bis Donnerstag
14.00 bis 16.30 Uhr
und nach Vereinbarung